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Friedrich Breyer kritisierte am 25. März 2019 im Südkurier die “Fridays for Future” Bewegung und weil er ja nur ein paar Kilometer Luftlinie entfernt von uns ist, er unterrichtet nämlich an der Uni Konstanz, wollen wir hier dazu Stellung beziehen.

Stellungnahme

Was Breyer geschrieben hat:

Breyer beginnt damit die FFF Proteste kurz zu umschreiben und stellt die Frage, ob wir tatsächlich glauben, irgendwas würde besser werden, wenn wir 20% weniger lernen.
Er kritisiert im Weiteren die Reaktion der Politik auf die Proteste, da sie uns Schüler*innen angeblich beipflichtet. Als Beispiel nennt er die Forderung des Kohleausstiegs im Jahr 2030 statt 2038.

Auch meint er die Forderung nach dem Abbau des Kohlestroms würde wegen dem Besteuerungssystem des CO2s welches wir in Europa haben keinen Sinn ergeben, da durch dieses ein Maximalwert gesetzt ist und wenn irgendwo etwas wegfällt, an anderer derer Stelle mehr Emissionen verursacht werden dürfen.

Auch äußert er, dass die EU im Pariser Klimaabkommen zugesagt hätte die eigenen Emissionen um 9% zu senken, China und Russland aber ihre Emissionen steigern wollten. Er impliziert in seinen anschließenden Aussagen, dass wir Klimaprotestler*innen auch vor Moskau und Peking streiken sollten.

Im letzten Absatz stellt er die Rhetorische Frage was wir von einem schnelleren Kohleausstieg hätten. Er beantwortet diese damit, dass wir das Problem nur an andere Stelle verlagern würden, in Länder die nicht so viel für den Klimaschutz Unternehmen wie wir.

Er endet mit der Aussage, dass nur Internationale Verträge das Klima retten könnten und alles andere Sinnlos sei.

Unsere Meinung zu seinen Argumenten:

Die erste Reaktion nach dem Lesen des Textes war bei uns Verärgerung. Diese beginnt schon im ersten Absatz mit der Kritik am Schule schwänzen. 20% weniger Lernen für das Klima, wie er es betitelt, hört sich auch erst mal nach keiner guten Idee an. Aber schauen wir mal zurück:

Die Forschungsgeschichte des Klimawandels geht weit in die Vergangenheit. Wissenschaftliche Modelle die den Klimawandel belegen existieren schon seit vielen Jahren. 1965 wurde beispielsweise in einem Bericht eines Beratungsgremiums der US-Regierung schon vor der Erderwärmung gewarnt. Wir kennen das Problem also schon lange, es ist nichts neues. Und obwohl eure Generation 5 Tage zur Schule gegangen ist, ist nichts passiert. Wir verursachen jedes Jahr mehr Emissionen, die Erderwärmung steigt weiter und weiter. In den 80ern war es noch Trend auf Plastikverpackung zu achten, Tupperdosen zu verwenden und möglichst wenig Müll zu verursachen, heute ist das anders.

Weil es anscheinend die Stimme von uns jugendlichen und Kindern braucht, damit dieses Problem überhaupt ernst genommen wird, schreien wir so laut es geht unser Problem in die Welt hinaus. Und seit wann streikt man in seiner Freizeit? Ihr seid 5 Tage zur Schule gegangen aber habt dennoch nichts unternommen.

Breyers Kritik am Energiewandel hat allerdings schon ein wenig mehr Inhalt. Seine Sorge ist, dass wir das Problem mit einem schnellen Kohleausstieg nur woanders hin verschieben. Natürlich ist das nicht unsere Forderung. Uns geht es schließlich um das Klima, nicht um die Kohle. Es ist Aufgabe der Politik für vernünftige Lösungen zu sorgen, das Ziel von 2038 ist uns aber nicht ambitioniert genug. Es gibt genug Experten die sagen, dass auch ein früherer, vernünftiger Ausstieg möglich ist, deshalb fordern wir diesen!

Sein Argument der CO2 Steuer ist aber auch nicht sehr weit gedacht. Diese Steuer muss selbstverständlich angepasst werden. Es ist doch erschreckend das wir einen maximalen emissionswert haben und dieser so gesetzt ist, dass die Pariser Klimaziele nicht eingehalten werden.

Sein wichtigstes Argument ist jedoch, dass die Dinge die wir machen keinen Einfluss auf den Klimawandel haben. Wir sollten lieber in Moskau und in Peking Demonstrieren und internationale Verträge abschließen.

Aber rufen wir doch noch mal die Fakten ins Bewusstsein: in Deutschland werden pro Kopf im Jahr 8,8t CO2 verursacht, in China sind es 6,5t. China macht also, auf die Einwohner umgerechnet, besseren Klimaschutz als wir! Und natürlich brauchen wir auch internationale Verträge und andere Länder müssen selbstverständlich mitziehen, es geht aber nicht um ein entweder- oder. Im Grunde ist sein Argument das gleiche, weshalb wir auch weiterhin Waffen exportieren, große Unternehmen wie VW oder Google in Ruhe lassen, Reiche Menschen nicht noch stärker besteuern, usw…

Andere Länder könnten ja so etwas unterlassen und dann verlieren wir die Vorteile die uns diese Menschen, Unternehmen oder Produkte bieten. Aber nach dieser Logik wird sich nie etwas verändern, deshalb möchten wir beides, Internationale Verträge und eigene Handlung! Wir können auch mal mit gutem Beispiel voran gehen anstatt erst andere machen zu lassen.

Fazit:

Anstatt uns zu kritisieren sollte Herr Breyer lieber auch Initiative für das Klima zeigen. Wo sind seine Aktionen für den Klimaschutz? Was macht er, um als gutes Beispiel voran zu gehen?

In unseren Augen sollte er lieber versuchen als Beirat im Wirtschaftsministerium, der er übrigens ist, seinen Einfluss zu nutzen und eine Klimafreundliche Wirtschaftspolitik Fordern. Denken statt Wachstum! Vernunftorientiert statt profitorientiert! Oder zumindest bessere Kompromisse suchen.

Weiterführende Links:

Text von Herrn Breyer: Südkurier.de