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Der 4. internationale Klimastreik | Wie Anouk den 29.11. erlebt hat

Der 29.11 in Überlingen – Lernen, mit Verlust umzugehen  

Die Gedanken an den 20.09 in Friedrichshafen haben uns während der Planung verblendet  – aber strahlendes Wetter, 2000 unfassbare Teilnehmer und eine aufgeladene Stimmung, der kein Abbruch drohte, nicht in die Vorstellung für den 29.11 einzubeziehen, wäre auch kaum möglich gewesen.

Mit dieser Motivation ging es an die Planung, schon zwei Monate vorher war  der Tag fester Bestandteil auf der Tagesordnung. Niemand hätte gedacht, dass diese Demonstration unser Team so auf die Probe stellen würde. Probleme, die von außen vielleicht nicht sichtbar sind.
Der große Tag, in welchen so viel Hoffnung gesetzt worden ist, lässt sich am besten in Grautönen beschreiben: Graues Wetter, nasser Asphalt, Kälte und die Stimmung – gespaltene Meinungen. Dazu ein Orgateam, in dem die Stimmung zu kippen droht, jedenfalls bei einem Teil.
Niemand war sich sicher, ob wir das Wunschziel von 1500 Teilnehmern erreichen werden – mit 500 ist man zwar zufrieden, aber eine große Überraschung war es nicht.

Auch die sinkende Teilnehmerzahl bei unserem Bühnenprogramm tat weh, aus 500 Menschen wurde ganz schnell ein kleines Grüppchen. Für die Redner und die Bands, die für einen großen Auftritt vor vielen, hochmotivierten Aktivisten vorbereitet waren, eine Enttäuschung.
An einem vermeintlichen Tiefpunkt muss man zurück zum Ursprung, dachte ich mir.

Also – was ist die Essenz von unserer Bewegung?
Da ist Hoffnung. Willensstärke. Zusammenhalt – gemeinsam gegen das “Weiter so”. Kein zurück. Wir bleiben so lange auf der Straße, bis unser Ziel erreicht ist  – auch wenn wir am Ende nur noch zu zehnt dastehen.
Doch, wäre es nicht auch verständlich, dass wir mal müde werden?
Ich meine – ein Jahr versprechen, null brauchbare Vereinbarungen.
Aber trotzdem –  mit einem Jahr ist es scheinbar nicht getan, und trotz nassen Füßen geht es weiter. Ohne stoppen, wir halten uns fest – an uns, an dem Funken Hoffnung, dass wir alle, die Tiere und die Natur doch noch gerettet werden.

Wenn man sich so intensiv mit der Thematik auseinandersetzt, ist man auf einer Gratwanderung: Zwischen Hoffnung und Abgrund, dem Aufgeben, dem Verzweifeln.

Wir haben große Ziele – wir wollen im Grunde die Welt zu einer besseren machen – doch die Angst ist dauernt präsent.

Ich glaube, die Kunst ist es, die Motivation nicht zu verlieren. Natürlich, es ist zum verzweifeln, zum weinen, zum schreien, zum sich einkapseln, ja, sogar zum nicht mehr Leben wollen.

Doch aufgeben bringt nichts, auch wenn es manchmal schwer ist und nicht so läuft wie wir es gerne hätten – letztendlich können wir niemanden zwingen, unsere Kundgebungen zu besuchen, hinter der FridaysforFuture-Bewegung zu stehen. Oft vergessen wir, dass es neben der Masse trotzdem noch auf jeden Einzelnen ankommt.

Aktivist sein bedeutet, sich nicht von seiner Sache abbringen zu lassen, zu kämpfen und niemals aufzugeben.   Ich finde – einmal Aktivist, immer Aktivist.

We are unstoppable, another world ist possible!

Bildergalerie

Der Anfang

Während der Demo

Bühne und Menschen

Vielen Dank an Lukas Höhn, Matthias Hoppe und all die anderen Fotografen für die tollen Bilder!

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