Freitag, der 29. November. Für Normalsterbliche vermutlich ein ganz normaler letzter Tag vorm Wochenende, für Fridays for Future die vierte Großdemo.

Bis jetzt sind Blanda und ich (und der Großteil der anderen Aktivisten / *innen aus der Umgebung ) immer nach Ravensburg gefahren, egal welches Wetter wir auch an besagten Freitagen hatten. Man hat zwar auch damals schon mitbekommen können, wie sich das Wetter auf die Demonstrantenzahl auswirkt (so war eine Demo deutlich vom starken Regen gezeichnet, bei einer anderen hatten wir mit unfassbarer Hitze zu kämpfen) aber es waren unfassbar tolle Tage und die Konsequenzen allemal wert.

Und auch wenn mein Level an Vorfreude diesmal natürlich ebenso groß wie sonst auch vor Demos war, war besagter 29. Nochmal was ganz Anderes!

Und das meine ich komplett ernst, denn dies war eine der ersten Demos, und DIE ERSTE Großdemonstration bei der ich als Teil des Orgateams mitgewirkt habe.

Das heißt, ich hab noch viel mehr von dem ganzen Stress vor der Demo mitbekommen, Wetten abschließen können, wer von den aktiveren Mitgliedern als Erster einen Zusammenbruch erleiden muss (ich verstehe immer noch nicht, wie es einige geschafft haben das zu überleben) und irgendwo auch die Anspannung gespürt, bis die Demo wirklich los ging.

Aber was für mich auch ein unfassbarer Aspekt bei dieser Demonstrantion am kalten Novembermorgen war, war der Stolz den ich verspürte, als wir zum Beispiel mit den Anderen die Bühne aufbauten, unsere grünen FFF-Flaggen umhängten oder sich einfach die ersten Demonstranten am Busbahnhof sammelten. Das war schon ein richtig gutes Gefühl. 5 Sterne.

Natürlich war es unfassbar enttäuschend, als die Streikzahl durchgegeben wurde, aber die Demo hatte für mich selbst eben auch eine sehr frohe Seite die ich nicht missen wollen würde. Es war nicht optimal -keine Frage- aber es ist trotzdem kein Misserfolg gewesen und um nochmal ein bisschen Hippiestatus zu erlangen: immerhin waren es ÜBERHAUPT so viele.

Trotz des Wetters, trotz der Abnahme des Hypes, trotz all der Einflüsse die wir ab einem gewissen Punkt einfach so hinnehmen mussten und auf die eben keiner wirklichen Einfluss hat. Trotzdem waren wir verdammte hunderte Menschen denen es nicht egal ist, was auf uns zukommen wird wenn weiterhin so schwache Antworten aus der Politik auf diese Bewegen kommen… und das ist doch auch Etwas, was wir vielleicht alle mitnehmen können.

Bildergalerie

Der Anfang

Während der Demo

Bühne und Menschen

Vielen Dank an Lukas Höhn, Matthias Hoppe und all die anderen Fotografen für die tollen Bilder!