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Offener Brief an Überlingens Oberbürgermeister Zeitler bezüglich des Andelshofer Weiers

Sehr geehrter Oberbürgermeister Zeitler,

in den vergangenen Monaten wurde viel über das ehemalige Wasserkraftwerk am Mantelhafen diskutiert. In der Diskussion haben wir mit Bedauern feststellen müssen, dass zwar sehr viel über die Risiken der Wasserleitungen, die Rentabilität aus heutiger wirtschaftlicher Sicht und über das allgemeine Kosten/Nutzen-Verhältnis geredet wurde – aber das Argument der Ökologie und die Zukunftsperspektive, natürlich mit Berücksichtigung der Klimakatastrophe, fand kaum Platz in den Beurteilungen. 

Es ist natürlich klar, dass ein Pumpspeicherwerk mit Energie für etwa 500 Haushalte nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein ist. In der aktuellen Situation scheint es aber so, als ob wir um jeden noch so kleinen Tropfen kämpfen müssten.
Denn der kritische Punkt der Klimakrise sind die Klimakippunkte. Diese lassen sich recht präzise bemessen und mit ihnen lässt sich ein Budget ausrechnen: Ein Budget an verbleibenden Treibhausgasen, die wir noch ohne Kompensation freisetzen dürfen. Zusammen mit den Statistiken aus den letzten Jahren kann man somit einen zeitlichen Rahmen errechnen, in welchem wir noch die Chance haben zu handeln. Und um das 1.5°C Ziel einzuhalten, bleiben uns keine 8 Jahre mehr (1).

8 Jahre sind wenig, sehr sehr wenig. Diese Zahl hat 2019 1,4 Millionen Menschen auf die Straße gebracht und diese Zahl versetzt eine ganze Generation in Angst. Die Generation, die mit den Folgen der Klimakatastrophe klar kommen muss. In Anbetracht dieser geringen noch verbleibenden Zeit können wir nur an Sie appellieren, als Oberbürgermeister und Aufsichtsrat der Stadtwerke am See GmbH sich in diesem konkreten Fall für eine weiterführung der Verhandlungen zwischen Bürgerenergie Überlingen e.V. und den Stadtwerken einzusetzen. Wir können es uns nicht leisten, Chancen wie ein regionales Pumpspeicherwerk zu ignorieren. Sie wissen doch selber wie weit Überlingens Klimaschutzmasterplan umgesetzt ist. 

Wir fordern Sie daher auf dafür zu kämpfen die Wasserleitungen nicht zu versiegeln oder, sollte es gegebenen Falls tatsächlich auf grund der angeblichen Sicherheitsrisiken der Leitungen zur versiegelung kommen, alles für den Bau von neuen Leitungen für ein Pumpspeicherwerk in Überlingen zu unternehmen.Da die großen politischen Instutitionen in Fragen Klimaschutz immer wieder scheitern-ein Beispiel dafür ist die COP25 – wäre es fatal, auf ein Zeichen von oben zu warten. Wir sind alle verantwortlich für das was wir tun – und für das, was wir nicht tun! 

In diesem Sinne hoffen wir, in nächster Zeit  positive Schlagzeilen bezüglich des Speicherwerks lesen zu können!

Mit freundlichen Grüßen

Fridays for Future Überlingen

1: https://www.mcc-berlin.net/en/research/co2-budget.html

Ein Gedanke zu „Offener Brief an Überlingens Oberbürgermeister Zeitler bezüglich des Andelshofer Weiers

  1. Dem kann ich nur Zustimmen!

    Wir sollten uns – wo es nur geht – für ein nachhaltigeres Handeln einsetzen.
    Und ein “kleines”, lokales Wasserkraftwerk ist doch genau der Schritt in die richtige Richtung.

    Das einfach so zu schließen – nur weil nach aktuellen wirtschaftlichen Gesichtspunkten der Betrieb nicht Gewinnbringend möglich ist – sehe auch ich als sehr großen Fehler an.

    Würde man das durch andere alternativen ersetzen könnte man darüber natürlich Diskutieren.
    Beispielsweise den Kugelpumpspeicher, der im Bodensee kurzzeitig getestet wurde.
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Forscher-speichern-Strom-im-Bodensee-mit-Betonkugel-3643563.html
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kugelpumpspeicher

    Aber das ist ja leider nicht so.

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