AllgemeinStellungnahmeWas gerade passiert

#LeaveNoOneBehind – wir stehen hinter der Seebrücke!

„Maximal zu zweit rausgehen“, „1,5 Meter Abstand“, „keine
Großveranstaltungen mehr“, „keine Demos“. Das sind alles Maßnahmen, um die Ausbreitung von Covid-19 zu stoppen. Der Staat achtet auch auf die Einhaltung dieser Regeln, alles wird getan, um die Zahl an Infizierten nicht rapide steigen zu lassen.
Parallel dazu gibt es in den griechischen Flüchtlingslagern jeden Tag eine Großveranstaltung. Eine Großveranstaltung, die wir nicht als solche wahrnehmen und die für uns als Gesellschaft inzwischen viel zu selbstverständlich geworden ist. Allein im Flüchtlingscamp Moria wohnen derzeit 20.000 Menschen. Es herrscht Wasser- und Ressourcenknappheit. Menschen leben auf kleinstem Raum zusammen – hier können keine 1,5 Meter Abstand gehalten werden. Täglich sterben viele Menschen, da die grundlegendsten Ressourcen fehlen, europäisches Recht gebrochen wird und kein Regulativ funktioniert.

In den kommenden Jahren wird die Zahl an Flüchtlingen wachsen, in 30
Jahren werden weltweit bis zu 200 Millionen Menschen auf der Flucht sein

(vgl. 2018 70 Mio. Menschen). Insbesondere die Zahl an Klima-Flüchtlingen wird immens steigen. Denn diese Regionen, die am meisten vom Klimawandel betroffen sein werden und dessen Auswirkungen jetzt schon spüren, sind Länder im globalen Süden- insbesondere in der Nähe des Äquators.
Wir, die Länder im Globalen Norden, die maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich sind, schließen bei vergleichsweise wenig Geflüchteten die Grenzen. Dazu wird noch mehr in Programme wie FRONTEX investiert und weggeschaut, wenn Geflüchtete mit scharfer Munition und Pfefferspray an der Grenze aufgehalten werden.

Wir als Fridays for Future Bodensee kämpfen für Klimagerechtigkeit.
Dazu gehört neben schnellen und sinnvollem Klimaschutz, auch der Blick auf die sozialen und humanitären Folgen dieses Schutzes und des Klimawandels selbst. Deshalb unterstützen wir ausdrücklich die Aktionsgruppe Seebrücke in ihren Forderungen und fordern die Bundesregierung auf, die Lager zu evakuieren. Über 140 Städte und Gemeinden in Deutschland sind bereit, Geflüchtete bei sich aufzunehmen, das muss jetzt auch geschehen.
Wir müssen uns um langfristige Lösungen zur Aufnahme von Geflüchteten kümmern, statt uns in der Festung Europa‘ zu verkriechen.
Das ist nicht nur nachhaltiger und minimiert zukünftige Probleme, nein, es ist auch unsere menschliche Pflicht.

#WirHabenPlatz – und deshalb fordern wir: #LeaveNoOneBehind

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