Attraktiver öffentlicher Personennahverkehr


Öffentlicher Nahverkehr nervt! Zumindest ist dies eine sehr verbreitete Meinung. In Städten benutzen viele Menschen den öffentlichen Nahverkehr, weil es praktisch ist. Auf dem Land ist dies leider nicht der Fall. Man hat meist ewige Wartezeiten und unpraktische Verbindungen.
Wenn es Wochenende ist und die Eltern nicht fahren können, passiert es schnell, dass man einfach mal zuhause festsitzt. Zum Glück haben viele Familien mehrere Autos und man kann als Jugendlicher oft gefahren werden. Das ist aber nicht nötig! Besonders Jugendliche sind es gewohnt mit dem Schulbus zu fahren und würden auch in ihrer Freizeit gerne mit dem Bus fahren, wenn einer käme…

Beispiele:

Antonia 17 aus Deisendorf:
„Von Deisendorf nach Überlingen fährt die 5 alle 2 Stunden, zwischen 08:00 und 20:00 von Montag bis Freitag. Der Bus braucht 20 Minuten nach Überlingen. Samstags fährt er sehr unregelmäßig bis am Mittag und am Sonntag überhaupt nicht. Was ich extrem nervig finde ist, dass ich abends von Überlingen nur um 19:45 Uhr oder 23:48 Uhr nach Hause komme und dazwischen fährt kein Bus in die Nähe. Das ist vor allem im Winter sehr störend!“

Deisendorf liegt etwa 10 Minuten mit dem Auto von Überlingen entfernt. Mit dem Fahrrad ist es anstrengend, da es von Überlingen den Berg hoch geht (mehr zu den Fahrradwegen unter „Ausbau von Fahrradwegen“.)

Tim 17 Jahre, in der Nähe von Stefansfeld Salem:
„Zu mir fährt einmal am Tag ein Bus!“

Natürlich gibt es nahe Bushaltestellen zu denen man mit dem Fahrrad fahren kann, diese sind nur bei 0°C im Winter etwas über der Schmerzgrenze.

Zu Joshua in Heiligenberg fährt der Letzte Bus von Überlingen um 20:00 Uhr.

Wie an den Beispielen zu sehen ist, haben viele überhaupt nicht die Möglichkeit die öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Wenn man sich mit einem Freund*in treffen will, kann man sich nach den Fahrzeiten der Busse richten. Wenn man einen Termin hat, muss man eben ewig in der Stadt verweilen oder wird gefahren. Es sollte jedoch nicht nötig sein, die Eltern überreden zu müssen, einkaufen zu gehen, nur weil man zu einem Termin muss! Ohne dass die Eltern einkaufen gehen ist das Ganze noch sinnloser. Statt mit dem Bus zu fahren, werden die Kinder von den Eltern mit dem Auto zum Beispiel zum Musikunterricht gebracht und wieder abgeholt.
Somit fährt nicht nur der Bus seine Route, es sitzen zusätzlich Eltern im Auto die den doppelten Weg fahren, um ihr Kind zu einem Termin zu bringen. Dies ist nicht nur unpraktisch, sondern auch nicht umweltfreundlich.
Die meisten unserer Autofahrten sind kurze Strecken zu einem Laden, zur Arbeit oder eben um das Kind zum Musikunterricht zu fahren. Viele dieser Strecken könnte man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, wenn diese attraktiv wären.

Nachtbusse:

Nicht nur am Tag ist es schwer eine praktische Verbindung zu finden, auch nachts sitzt man schnell mal fest. Außerdem scheint die Nacht der Busse früh zu beginnen. Wie schon in einem Beispiel beschrieben, fahren in vielen Dörfern abends keine Busse mehr. Wer sich am Wochenende mit seinen Freunden treffen will, muss Glück haben, um am Abend wieder nach Hause zu kommen.
Der letzte Bus fährt meist schon früh und danach können die Eltern abholen kommen.
Natürlich müssen nicht die ganze Nacht überall hin Busse fahren, doch besonders am Wochenende wollen die meisten auch später noch Verbindungen haben, die praktisch sind!

Ich bin nicht reich, ich bin 17!

Wenn man Schüler ist und eine Monatskarte hat, kann man in jedem Bus in dem Gebiet der Fahrkarte fahren. Wenn man jedoch in der Nähe der Schule wohnt und keine Monatskarte hat, wird es teuer. Eine Fahrt im Überlinger Kreis kostet 2,20€. Hierbei ist es egal, ob man nur eine Station fährt, oder einfach eine Rundfahrt macht. Das ist nicht nur teuer, sondern auch nicht fair oder logisch! Wenn man in Überlingen vom Busbahnhof zum Krankenhaus fahren möchte, muss man 2,20€ zahlen, obwohl es nur ein paar Stationen sind, die man auch laufen könnte.
Ein weiteres Beispiel: Eine Schülerin die Nachhilfe in Englisch geben will und in einem Teilort von Überlingen wohnt, zahlt, für 10€ die sie etwa verdient, fast 5€ an den Bus.
Dies ist nur aus Sicht eines Jugendlichen. Ein Erwachsener hat jederzeit die Möglichkeit das Auto zu nehmen.
Es ist in fast jedem Fall praktischer und bequemer das Auto zu nehmen, wenn man bedenkt, dass man lange auf den Bus warten muss und die Fahrkarte sehr teuer ist. Der öffentliche Nahverkehr ist nicht nur für Jugendliche, sondern „öffentlich“. Im Moment ist es jedoch so, dass sich Erwachsene meist für das Auto entscheiden und selbst für Jugendliche kein praktischer Nahverkehr zu erreichen ist.
Was würde eigentlich gegen kostenlose Angebote sprechen? Bezahlen wir den öffentlichen Nahverkehr doch von Steuergeldern, oder subventionieren wir ihn stärker! Wir alle müssen einkaufen, wollen Freunde besuchen, Spaß haben und leben. Entweder wir nehmen das Auto, fahren allein die Strecken die Hunderte fahren, einfach weil es günstiger und bequemer ist, oder wir schaffen endlich eine wirkliche Alternative. Jeder kann es benutzen und jeder sollte auch, also warum nicht aus der Allgemeinheit für die Allgemeinheit?

Warum denn den Bus nehmen?

Uns allen ist bewusst, dass wir unsere Fahrgewohnheiten verändern müssen. Unsere Autos stoßen Treibhausgase aus, welche den Klimawandel fördern, ebenso wie für die Lungen und Arterien schädlichen Feinstaub. Da wir im Moment noch nicht 100% Elektroautos fahren oder uns teleportieren können, müssen wir mit dem Leben was wir haben. Wir müssen nutzen was wir haben und das sollte nicht die Umwelt, sondern unsere Möglichkeiten sein. Wir müssen nicht auf komplizierte Lösungen warten, sondern einfache Ideen umsetzen!!
In vielen Fällen würde es reichen die Route der Busse umzulegen, oder eine einzige Linie hinzuzufügen.
Unsere große Bitte ist es, dass die Verantwortlichen ihre Verantwortung ernst nehmen und zu Gunsten der Menschen und der Umwelt die Attraktivität der öffentlichen Verkehrsmittel steigern, indem sie praktischere Verbindungen in die Teilorte legen, abends und nachts Verbindungen schaffen, die es erlauben sich mit Freuden zu treffen und im besten Fall den Preis so senken können, dass es sich lohnt den Bus zu nehmen!
Oder anders:

Daher Fordern wir:

Mehr öffentlichen Nahverkehr: Auch Verbindungen in die Teilorte, kürzere Fahrzeiten und auch Verbindungen am Wochenende!

Besseren und noch mehr öffentlichen Nahverkehr: Auch nachts muss es möglich sein nach Hause zu kommen ohne einen Auto zu benutzen.

Günstigen / kostenlosen öffentlichen Nahverkehr: Wir wollen nicht 2,20€ für jede Einzelfahrt Zahlen oder 4,40€ um hin- und zurück zu kommen!



Autofreie Innenstadt


Wir arbeiten gerade an einem Text, um unsere Forderung für eine autofreie Innenstadt zu begründen. Bitte verzeihen Sie uns wenn dies noch etwas Zeit beansprucht.


Ausbau von Fahrradwegen

Um gerade hier in ländlicher Umgebung nicht zwangsweise von einem dreckigen und teurem Auto abhängig zu sein, sollte es Alternativen geben. Neben den Öffis bieten sich Fahrradfahren, gerade hier am Bodensee, sehr gut an. So könnte man zumindest meinen… Denn Fahrradfahren ist hier nicht überall attraktiv, manchmal sogar gefährlich und riskant. Schlaglöcher, Äste, Sand, sehr schmale Fahrradwege, gar keine Fahrradwege, etc… das sind alles Faktoren, die Radfahren deutlich erschweren und das Unfallrisiko deutlich anheben.

Hier ein paar Beispiele für alle, die kein Fahrrad fahren und sich noch nicht ganz vorstellen können, wo denn Probleme zu finden seien:

Überlingen

Sie fahren mit Ihrem Rennrad gemütlich 25kmh vom La Piazza los und wollen zum See runter. Unter der neuen Brücke ist alles super, Sie freuen sich über den glatten Asphalt und kommen an den Kreisel. Sie müssen kurz warten, doch dass ist kein Problem für Sie und bald lässt Sie ein Auto die Straße überqueren. Auf der anderen Seite angekommen, sehnen Sie sich nach dem vorherigen breiten, glatten Weg. Doch Sie fahren auf einem schmalen Weg, von beiden Seiten begrenzt durch Leitplanke und Bäumen/Hang. Sie wissen schier nicht wie Sie all diese Schlaglöchern und Nahtstellen umfahren können. Jetzt ist es gerade auch noch Sommer und trockener Sand liegt über dem halben Weg verstreut. Sie sind also hochkonzentriert um Sand, Schlaglöcher und Nahtstellen zu umfahren und zusätzlich geht es bergab und Sie müssen bremsen. Sie fahren schlussendlich mit 15km/h den Berg runter, damit Sie keinen Platten bekommen, nicht wegrutschen und ihre Lenkradkontrolle beibehalten. Ja, und jetzt kommt noch jemand entgegen…
Gut, geschafft. Doch fertig sind Sie noch nicht, der Fahrradweg geht ab dem Netto auf der Straße weiter. An sich kein Problem soweit, sogar recht angenehm, denn Sie fahren nun wieder auf einem recht ebenen Untergrund. Doch da kommt schon der erste Kreisel beim DM. Sie bremsen etwas ab und rollen auf die verschmälerte Einfahrt zu. In diesem Moment überholt sie ein Lieferwagen der in den Kreisel einfahren will und Sie offensichtlich nicht wahrgenommen hat. Sie versuchen noch etwas Seitenabstand zu erhalten, scheitern jedoch an dem erhöhten Bordstein rechts und werden eingeklemmt.

Wenn Sie Glück haben und gut reagieren konnten, leidet vielleicht nur ihr Fahrrad.
Nun da die Nichtfahrradfahrer aufgewärmt sind, etwas allgemeiner..

Owingen:

Es gibt keine Radwege. Weder in Owingen, noch nach Owingen noch aus Owingen raus… gar keine. Und jede Straße nach Owingen ist von Kraftfahrwägen von mindestens 70kmh befahren. Wie soll man nach Owingen kommen? (auch andere Teilorte sind davon betroffen)

Um die Probleme nochmal zusammenzufassen:

Am Bodenseeufer ist die Fahrradwegsituation zwar gut, entvernt man sich aber wird dies schnell anders. Dort gibt es dann zu wenig Fahrradwege, teils gar keine. Die meisten sind zu schmal und alternativlos. Viele Fahrradwege sind zudem beschädigt und an gefährlichen Stellen gibt es keine Ausweichmöglichkeit oder Schutzstreifen für Radfahrer.
Damit Fahrradfahren attraktiver werden kann und wir uns günstig und abgasfrei fortbewegen können, ohne dabei um unser Leben zu fürchten, muss das Fahrradfahren allerdings erst mal möglich sein.

Daher fordern wir:

Fahrradwege:Damit man überhaupt Fahrrad fahren kann, ohne gezwungen zu sein auf einer Schnellstraße zu fahren.

Mehr Fahrradwege:Ein umfangreiches Fahrradwegnetz, was sich ergänzend verbindet, auch über kleinere Ortschaften führt und die Möglichkeit bietet einen Alternativweg zu nutzen, wenn der direkte Weg zB. überfüllt ist.

Breitere Fahrradwege:Damit die Fahrradwege mehr Kapazität haben und auch mehr Leute Fahrrad fahren können ohne Stau zu verursachen. Zudem bietet ein breiterer Weg die Möglichkeit Hindernissen wie Äste, Sand oder Schlaglöcher zu umfahren.

Pflege der Fahrradwege:Ein bis zwei Schlaglöcher können ja mal vorkommen, aber ein verkommener Fahrradweg, der nur noch aus Schlaglöchern und Nähten besteht und dann auch über Jahre ignoriert wird, ist unnötig.

Sichere Wegführung: Es sollte möglich sein sicher Fahrrad zu fahren, daher sind Situationen wie gefährliche Schnittstellen mit dem Kraftfahrverkehr zu vermeiden. Beispiel Kreisel: Den Schutzstreifen für Fahrräder bis zur Kreiseleinfahrt vorziehen und eventuell verengte Einfahrten verbreitern.


Infos zu Klimaprojekten der Stadt


Informationen entscheiden über alles. Was wir kaufen, wie wir handeln, was wir wählen. Alles ist abhängig von den Dingen die wir wissen. Deshalb sind Informationen auch so wichtig und ganz generell die Grundlage unseres Handelns.

Das Problem was wir in diesem Bereich in Überlingen sehen ist eine mangelnde Transparenz.



Kohleausstieg bis spätestens 2030


Wir arbeiten gerade an einem Text, um unsere Forderung zum Kohleausstieg bis 2030 zu begründen. Bitte verzeihen Sie uns wenn dies noch etwas Zeit beansprucht.


Handlung der Politik!


Wir arbeiten gerade an einem Text, um unsere Forderung der Handlung der Politik zu begründen, auch wenn dies eigentlich offensichtlich sein sollte.